Chronik

Der Männerchorgesang hat in Weroth eine lange Tradition. Bereits vor über 100 Jahren, genauer 1871, sammelte der erste Lehrer des Dorfes, Herr Metternich, junge sangesfreudige Männer um sich, um ohne sonderlich straffe Bindung mit ihnen geistliche Lieder zu singen.

Auf den folgenden Unterseiten können Sie sich über die gesamte Geschichte des Vereins informieren. Klicken Sie sich durch die einzelnen Etappen und erfahren Sie, was die „Frohe Stunde“ schon alles erlebt und mitgemacht hat. Viel Spaß beim Lesen!

11. Januar – Jahreshauptversammlung

Eröffnet wurde das Jahr 2019 mit unserer Jahreshauptversammlung am 11. Januar im Sebastianssaal unseres Bürgerhauses. Wie auch in den letzten Jahren hielt man hier in den einzelnen Tagesordnungspunkten zunächst Rückschau auf das Jahr 2018. Besonders ging man hier auf die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb in Erbach sowie das wiederholte Erreichen des Meisterchortitels beim Leistungssingen in Wirges ein, und auch über das überaus gelungene Konzert mit dem philippinischen Gastchor aus Manila wurde nochmals Bilanz gezogen. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes stand nun der Hauptpunkt der Versammlung an. Die anwesenden Mitglieder, 25 Aktive und 3 Passive, mussten einen neuen Vorstand wählen, wobei sich der bisherige Vorstand komplett nochmals zur Wahl stellte. Und so ist der neue Vorstand genau gleich besetzt wie der Alte. Und der sieht folgendermaßen aus. Der geschäftsführende Vorstand besteht aus den Chorsprechern Hans-Georg Jung und Johannes Hannappel, meiner Wenigkeit als Geschäftsführer sowie Manfred Fachinger als Kassierer. In der Säule 2 sind Markus Fein als Notenwart, Andreas Kronimus als stellvertretender Geschäftsführer sowie Paul Weimer und Torsten Meuer als Beisitzer tätig. Die Säule 3 besteht aus Edi Hannappel als stellvertretender Kassierer und Norbert Hannappel, Kurt Konhäuser und Elias Hannappel als Beisitzer. Nach der Vorschau auf die Aktivitäten im Jahr 2019 endete die Versammlung mit dem Lied „Das Morgenrot“.

31. März – Kritiksingen Sängergruppe Ost

Am 31. März des Jahres fand das Kritiksingen der Sängergruppe OST statt, was man jetzt Beratungssingen nennt, wobei sich außer der Namensänderung nichts am Ablauf der Veranstaltung geändert hat. Ausrichter war diesmal der Männerchor Berod, Veranstaltungsort war die Beröder Pfarrkirche und die Verköstigung der Sänger und Gäste fand im Dorfgemeinschaftshaus statt. Als Wertungsrichter fungierte in Vertretung für den erkrankten Erni Rein, der uns bestens bekannte angesehene Chorleiter und Juror Jürgen Faßbender aus Lindenholzhausen. Pikant war dies auch in sofern, da Jürgen Faßbender auch Jurymitglied beim intern. Wettbewerb in Salzburg sein wird und wir für das Singen in Berod zwei Stücke – nämlich „Ubi caritas“ und „Bonjour, mon coeur“ – ausgewählt hatten, die wir auch beim Wettbewerb in Salzburg gemeldet hatten. Es war also schon mal eine Standortbestimmung für den Wettbewerb. Gut vorbereitet betraten wir so am frühen Nachmittag als letzter der 10 teilnehmenden Chöre den Altarraum der Beröder Kirche. Sehr konzentriert brachten wir unsere Stücke vor und konnten sie auch teilweise schon gut zelebrieren. Auch Jürgen Faßbender war von unseren Vorträgen sehr angetan und lobte uns in den höchsten Tönen. Doch bei all dem Lob merkte er auch einige Dinge an, wo es noch Verbesserungspotential im Chor gibt. Besonders bei dem Liebeslied „Bonjour, mon coeur“ würde uns ein freundlicheres Minenspiel sehr helfen und auch dem Betrachter verdeutlichen um was es sich bei diesem Stück handelt. Alles in allem konnten wir mit unserem Auftritt in Berod sehr zufrieden sein.

13. April – Benefizkonzert in Löhnberg

In Löhnberg, der Heimatgemeinde unseres Chorleiters Jens Röth, gibt es schon seit geraumer Zeit in den Räumen des ehemaligen Schulgebäudes das Demenzzentrum Löhnberg. Diese Pflegeeinrichtung wurde vor allem als weitere Unterstützung und Hilfe bei der Pflege von Personen geschaffen, die an Demenz leiden. Um diese Einrichtung auch finanziell zu unterstützen, entwickelten der Löhnberger Bürgermeister Frank Schmitt gemeinsam mit Jens Röth die Idee eines Benefizkonzertes. Und als Jens bei uns nachfragte, ob wir dabei mitwirken wollten, sagten wir natürlich gerne zu. Das Konzert fand am 13. April im ziemlich neugebauten Bürgerhaus „Löhnberger Lilie“ statt. Neben den Sängern der „Eintracht“ aus Frickhofen und weiteren Gesangsgruppen wirkten noch ein Musikverein sowie die Solisten Christina Kassel (Sopran), Lea Wagenbach (Piano) und Clemens Pregardien (Klarinette) mit. Dem zahlreich erschienenen Publikum wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten und der Applaus der Zuhörer zeigte, das es bei den Anwesenden auch gut ankam. Auch unser Auftritt wurde mit viel Beifall bedacht, sodass wir ohne eine Zugabe nicht von der Bühne kamen. Und eins bleibt wohl auch immer gleich, egal an welcher Veranstaltung wir mitwirken, wir müssen immer als Letzte die Hallen abschließen. Erst nach dem Anstimmen einiger Lieder fuhren wir zu später Stunde wieder zurück in Richtung Heimat.

04. Mai – Konzert beim MGV „Concordia“ Girod

Aus Anlass seines 110-jährige Bestehens veranstaltete der MGV „Concordia“ Girod am 4. Mai ein Festkonzert und wir hatten der Einladung zur Mitwirkung gerne angenommen. Neben uns wirkten noch weitere 6 Chöre aus der direkten Nachbarschaft mit, von Berod über Steinefrenz bis Heiligenroth. Dadurch, dass alle Chorgattungen vorhanden waren, entwickelte sich ein sehr abwechslungsreiches Programm was beim Publikum durchaus sehr gut ankam. Auch wir wussten mit unserem Auftritt durchweg gut zu gefallen, was wohl auch an der gut gewählten Programmauswahl lag. Die zumeist modernen Stücke brachten wir mit der nötigen lockeren und doch musikalisch exakten Einstellung vor, sodass uns das Publikum mit lang anhaltendem Beifall belohnte. Alles in allem, eine durchaus gelungene Veranstaltung auf sehr gutem Niveau, sieht man mal von dem Moderator des Abends ab.

15. Juni – Westerwälder Chorfest im Stöffel-Park

Der Chorverband Westerwald veranstaltete am 15. Juni im Stöffel-Park, Enspel zum ersten Mal ein Westerwälder Chorfest. Zahlreiche Chöre aus dem Westerwald sowie aus benachbarten Chorverbänden waren der Einladung zur Mitwirkung gefolgt und machten das ganze Event zu einer insgesamt gelungenen Veranstaltung. Auch wir nahmen an diesem Sängertreffen teil und nutzten unseren Auftritt gleichzeitig als Generalporbe für den Wettberb in Salzburg. Auf dem stillgelegten Werksgelände wurde auf 4 verschiedenen Bühnen gesungen, wir hatten unseren Auftritt in der alten historischen Werkstatt. Auch wenn die Akustik des Raumes sehr eigenartig klang, gelangen unsere Vorträge doch recht gut, sodaß wir dem heftig aplaudierendem Publikum noch eine Zugabe zu Gehör brachten.

20. – 23. Juni – Internationaler Chorwettbewerb in Salzburg
Reisebericht Internationaler Chorwettbewerb in Salzburg
Donnerstag 20. Juni 2019 (Fronleichnam)

Streng nach dem Ablaufplan, den Andreas Kronimus wieder in gewohnter Präzision gefertigt hatte, begann unsere Tour nach Salzburg am 20. Juni 2019 um ca. 04:30 Uhr am Bürgerhaus. Dabei wären fast noch ein paar „blinde“ Passagiere mit an Bord gekommen, die sich aber dann doch anders entschieden. Fünfzig Passagiere im Bus, in einem 9´er Bus acht weitere Mitfahrer und vier Personen in einem Privat-Pkw starteten annähernd zeitgleich und trafen sich bei einer ersten Rast. Danach setzte man unabhängig voneinander die Reise fort. Bei der ersten größeren Pause mit dem „großen“ Bus und Weck, Worscht und Bier zeichnete sich bereits die hervorragende Stimmung ab, die uns während der kompletten Fahrt begleiten sollte. In Salzburg angekommen, galt es, den sog. Slot zu erwischen, ein Zeitfenster von 20 Minuten, das die Stadt Salzburg den Reisebussen an einem Busterminal am Rande der Altstadt zugesteht und das gerade zum Ein- und Aussteigen reicht. Alles klappte perfekt und Busfahrer Laszlo von der Fa. Menges (der uns auch schon 2013 nach Verona gefahren hatte) parkte den Bus anschließend auf einem Parkplatz in der Peripherie. Bus und Fahrer wurden dann bis zur Abfahrt sonntags dank der zentralen Lage unserer Hotels „Kasererbräu“ und „Weiße Taube“ nicht mehr gebraucht.

Danach stand der Nachmittag zur freien Verfügung, weil die geplante Parade durchaus im Sinne der meisten Mitfahrer wegen schlechter Wetterprognosen ausfiel und es galt, erste Eindrücke von Salzburg zu sammeln. Ein zeitgleich auf dem Domplatz stattfindendes Blasmusikfestival half dabei dem ein oder anderen, die Wartezeit mit entsprechenden Kaltgetränken bis zum Eröffnungskonzert am Abend zu überbrücken. Lediglich Jens, Hans-Georg mit Kirsten und Johannes mit Sabine begaben sich in offizieller Mission ins Mozarteum, um den Chor zum Wettbewerb anzumelden und ein paar organisatorische Dinge abzusprechen. Tatsächlich gab es dann in der Folge im wörtlichen Sinn aus heiterem Himmel das angekündigte Unwetter, so dass sich einige triefend nass nur noch ins nächste Lokal retten, andere aber dann doch auch noch das Eröffnungskonzert besuchen konnten. Der große Saal des Mozarteums war bis auf den letzten Platz gefüllt und bot tatsächlich die eindrucksvolle Kulisse, die man sich im Vorfeld erhofft hatte. Er erinnerte stark an den Majakowskisaal in Prag, was bereits als gutes Omen gedeutet wurde. Die Chöre boten durchwegs hochklassigen Gesang, wobei sich bereits hier der spätere Großpreisgewinner aus Singapoor besonders auszeichnete. Der erste Tag endete dann witterungstechnisch doch versöhnlich unter einem nur noch wolkenverhangenen Himmel, was den ein oder anderen Absacker provozierte, ohne dass man von offizieller Seite irgendwelche Auswüchse zu beklagen gehabt hätte.

Freitag, 21. Juni 2019 (Wettbewerbstag)

Nach einem einigermaßen chaotischen Frühstück (was sich zum Glück an den Folgetagen nicht wiederholen sollte), trafen sich Chorleiter und Sänger und begaben sich fußläufig zur Stellprobe im Mozarteum. Im Erdgeschoß begegneten wir zunächst noch der direkten Konkurrenz vom MGV „Concordia“ Gunzenbach und erörterten gemeinsam die „Gefechtslage“. Daneben stießen auch Thomas van Bajin und Alois Gotthardt zu uns, die sich bereits urlaubsbedingt in Salzburg aufhielten. Eine erste Teststellprobe fürs Gruppenfoto gab es am Treppenaufgang zum Großen Saal des Mozarteum, die gemessen an einer ähnlichen „Situation“ in Prag doch noch ziemlich chaotisch verlief. Routiniert absolvierte man dann aber anschließend die eigentliche Stellprobe auf der Bühne des Großen Saals, nachdem wir unmittelbar zuvor intern mit den Beteiligten überein gekommen waren, Michael Pörtners Platz in der 1. Reihe des ersten Bass mit Daniel Rick und Werner Blatt zu besetzen. Die ursprünglich geplante dritte Reihe im 1. Bass rückte komplett nach und wir konnten damit insgesamt in zwei Reihen auftreten, so wie wir dies ursprünglich schon einmal geplant hatten. Dank der Aufmerksamkeit und Disziplin aller Beteiligten war es uns sogar noch möglich, etliche Takte des Programms und das „My souls …“ in Gänze zu singen. Die Akustik ließ nichts zu wünschen übrig, so dass sich auch von dieser Seite ideale Verhältnisse für den Wettbewerb abzeichneten, was vor dem Mozarteum natürlich noch einmal Alles ausführlich diskutiert wurde. Entsprechend motiviert ging man zurück zum Hotel, während die Mitfahrer- und -rinnen ein ausführliches Besichtigungsprogramm absolvierten. Sänger und Chorleiter mussten sich auf dem Rückweg ins Hotel mit einer Kurzfassung und stark komprimierten Eindrücken von der schönen Altstadt Salzburgs zufriedengeben.

Letzte Instruktionen von Jens gab es anschließend im hoteleigenen Kino (ganz bestimmt das älteste hoteleigene Kino Österreichs), dass zwar nicht die beste Luft, aber doch Hörsaalniveau bot und auch hier wieder eine gut gelaunte und konzentrierte Sängerschaar erlebte. Danach begann dann für Jeden die mentale und physische Vorbereitung weitestgehend in Eigenregie, entweder auf dem eigenen Zimmer oder in einem der vielen Gaststätten der Stadt.

Dann wird´s spannend, denn am späten Nachmittag ist der Wettbewerbsauftritt angesagt. Pünktlich geht es zunächst in den Innenhof des nicht weit vom Mozarteum gelegenen Priesterseminars, in dem Alois Gotthardt logiert. Er hatte dankenswerterweise für den Chor auch diese tolle Lokation zum Einsingen kurzfristig organisiert. Lediglich ein paar Übungen zum Lockern der Stimmbänder und das unvermeidliche „Wohin soll ich mich wenden…“ müssen jetzt als Grundlage für einen idealen Auftritt ausreichen. Nach kurzer Begrüßung unserer Konkurrenz aus Gunzenbach im Foyer betreten wir schließlich so ca. 17:40 Uhr die Bühne im Großen Saal des Mozarteum Salzburg und begrüßen – überwiegend freundlich lächelnd – die auf der Empore sitzende Jury. Unter den Augen und Ohren der mitgereisten Frauen und sonstigen Fans der FROHEN STUNDE gelingt ein in der unmittelbaren Rückschau nach eigenen Maßstäben fehlerfreier Auftritt. Mit dem „Bon jour mon coer“ als gelungenem Entree, einem sauber intonierten „Ubi caritas“ und einem wirkungsvollen „My souls …“, bei dem der kleine Chor – durch die Höhe der Stufen etwas überrascht – sich dennoch rechtzeitig zu gemeinsamer Aufstellung und passgenauem Einsatz zusammenfindet, setzen Sänger und Chorleiter im Wesentlichen all die Dinge um, die man in mühevoller Probenarbeit als Optimum des Machbaren einstudiert hat. Mit der eigenen Leistung also vollauf zufrieden, kann man nun die Entscheidung über die musikalische Wertigkeit gemessen an den Rahmenbedingungen eines internationalen Wettbewerbs getrost der Jury überlassen und sich dem anschließenden Begegnungskonzert in der Kirche „St. Andrä“ zuwenden.

Zeuge dieser Sternstunde des Chores wird im Übrigen auch die Zufallsbekanntschaft unseres Sängers Christoph Weimer, eine gewisse Hera Lind, Ihres Zeichens ausgebildete Konzertsängerin und Bestsellerautorin. Christoph hatte sie als vermeintliche Dirigentin in der Stadt angesprochen und nach Klärung ihrer „wahren Identität“ von den Veranstaltungen im Mozarteum berichtet. Tatsächlich nahm Hera Lind diesen Hinweis auf und wurde vielfach als aufmerksame Beobachterin der Ereignisse gesichtet. Sie bedankte sich gar im Anschluss an die Veranstaltungen ausdrücklich bei Christoph für seine unvermittelte Ansprache, die sie für sich wohl als lebensverlängernde Maßnahme einstufte. Wörtlich sagte sie in Etwa: „Sie haben mir zwei Tage meines Lebens geschenkt“.

Das sich direkt an den Wettbewerb anschließende Begegnungskonzert in der Kirche „St. Andrä“ sah dann angesichts eines gelungenen Wettbewerbs entsprechend freudig strahlende Gesichter im Altarraum, als man sich zum gemeinsamen Singen mit Chören aus aller Herren Länder zusammenfand. Dort begeisterte besonders der tschechische Kinderchor mit seinen herausragenden Solistinnen. Begleitet wurden die Auftritte der Protagonisten von Blitz und Donner eines Gewitters, das in einer nicht enden wollenden Sturzflut endete und die jetzt hungrige und vor allem durstige Chorfamilie der FROHEN STUNDE nach Ende des Konzerts zunächst daran hinderte, zum „Sternbräu“ zu gelangen. In dieser alt eingesessenen Lokalität hatte man bereits im Vorfeld entsprechende Räumlichkeiten geordert, die es jetzt nur noch irgendwie einigermaßen trocken zu erreichen galt. Getreu dem Motto „alle Wege führen zum Sternbräu“, erreichten schließlich aber doch alle – wenn auch in einem recht bunten Durcheinander – mittels Taxi zu Fuß oder wie auch immer den angemieteten Saal im ersten Obergeschoss. Hier traf man dann glücklicherweise auf Profis der Gastronomie, die angesichts der etwas wirr und chaotisch auflaufenden Schar völlig unbeeindruckt in kürzester Zeit für eine zufriedenstellende Nahrungsaufnahme sorgten und auch bei der Logistik für die sich überschlagenden Getränkebestellungen kaum Wünsche offen ließen.

Allerdings beginnt hier auch das „Drama um die Jacken“, das die lustige Schar noch längere Zeit beschäftigen sollte. Das Bemühen vieler Sänger, ihre meist stark durchfeuchtete schwarze Jacke wiedererkennungsfähig an der gemeinsamen Garderobe zu platzieren, geriet nämlich zum Desaster. Einfach zu viele hatten gleichzeitig dieselbe geniale Idee, nämlich entweder das gute Stück „ganz rechts hinzuhängen“ oder den Teilnehmerausweis als Erkennungsmerkmal zu verwenden, um beim Verlassen der Lokalität jede Verwechslung auszuschließen. Bereits beim Verlassen der guten Stube zur Fortsetzung des Abends eine Etage tiefer, waren deshalb erste Ungereimtheiten und vorübergehende Verluste zu beklagen. Der Abend endete allerdings zunächst dennoch bei fast Allen mit bester Laune und sehr individuell. Einzelne Darbietungen auf dem Heimweg zum Hotel wurden gar von aufmerksamen Salzburger Bürgern ganz gezielt im buchstäblichen Sinn mit flüssigen Aufmerksamkeiten überschüttet. Ungeklärt blieb allerdings der Verbleib eines gewissen Roy Robson Größe 54

Samstag 22. Juni

Samstag, der 22. Juni sollte der Tag der Entscheidung werden und bereits beim Frühstück entspannten sich erste Diskussionen darüber, wie denn unser Wettbewerbsauftritt nun tatsächlich bei der Jury angekommen war, ob es für ein Golddiplom gereicht hatte und wir möglicherweise beim Singen um den Großpreis teilnehmen würden.

Angespannt aber dennoch guter Dinge ließ man sich es dann über den Tag hinweg gut gehen. Einige besuchten den weiterlaufenden Wettbewerb, andere nutzten die Zeit zum Sightseeing und wieder andere zum Shoppen. Dank der für die FROHE STUNDE neu eingeführten Kommunikationsplattform „Cocuun“ waren alle Teilnehmer zeitgleich in Echtzeit erreichbar, so dass zu keiner Zeit Hektik entstehen konnte. Als sich z.B. im Laufe des Nachmittags kein erneuter Auftritt abzeichnete, wurde über Cocuun angesichts erneut absehbaren „schweren Wetters“ gegen 16:00 Uhr für den Abschlussabend mit Großpreissingen und Preisverleihung die Order zum Freizeithemd mit Jeans ausgegeben, um für alle Individualitäten gerüstet zu sein. Dies ermöglichte Allen die freie Gestaltung der verbleibenden Zeit.

Im Hintergrund fand auf dieser Ebene auch das Drama um die Jacken seine Fortsetzung. Eine kurzzeitige Entspannung zeichnete sich ab, als Roy Robson Gr. „Wie auch immer zurückfand“, allerdings fehlte jetzt eine solche Größe 54 und dann war ja immer auch noch eine Strellson zuviel, die dann zwar zugeordnet werden konnte, aber gleichzeitig zum Überhang einer Benvenuto führte. Ein Sänger machte sich – wahrscheinlich unbegründet – Sorgen, dass man seine Jacke weiten würde, ein anderer konstatierte zutreffend, Zitat: “Was ein Glück, dass wir nur Jacken suchen und finden und keine kleinen Kinder dabei haben. Aber auch an dieser Front blieb der alles entscheidende Anruf an diesem Tag aus. Tatsächlich fand das „Drama um die Jacken“ erst nach der Ankunft in Weroth seinen Abschluss.

Während Jens am späten Nachmittag bereits beim Jurygespräch vor Ort weilte, um mit einem konstruktiv kritischen fachlichen Feedback der Juroren in Einzelgesprächen den Wettbewerbsauftritt der FROHEN STUNDE hoffentlich auch gewinnbringend zu analysieren, fand sich die Chorfamilie dann doch sehr gespannt direkt von überall her am und im Mozarteum ein. Bereits die Sitzordnung beim Preisträgerkonzert, nach der unsere Mitstreiter aus Gunzenbach mit uns auf gleicher Höhe im Raum saßen und der Umstand, dass auch die Gunzenbächer Sänger keine Einladung zum Preisträgerkonzert erhalten hatten, schien dabei bestimmte Schlüsse zuzulassen. Zumindest wurde mit diesen mutmaßlichen Parallelen der Eindruck unserer Fans bestätigt, die beide Chöre im Wettbewerb gehört und annähernd gleichauf gesehen hatten.

Das eigentliche Preisträgerkonzert verlief dann zunächst zwar äußerst unterhaltsam auf höchstem musikalischem Niveau, erfuhr dann aber tatsächlich seinen emotionalen Höhepunkt in der Pause, während der sich die Jury zur Beratung zurückgezogen hatte. Flashmobartig nahm nämlich jetzt der Jugendchor aus Südafrika die Bühne und weitere Stuhlreihen davor in Besitz. Es war schon ein erhebender Moment, als sich auf den ganzen Saal übergreifend plötzlich für wenige Augenblicke Menschen aus Südafrika und Norwegen, aus Singapoor und Weroth, de facto aus allen Ecken und Enden der Erde eigeninitiativ und zwanglos musikalisch in den Armen lagen. Dies macht den besonderen Reiz internationaler Wettbewerbe aus. Ich glaube jeder, der solche Augenblicke bislang als Sänger der FROHEN STUNDE erleben durfte, wird sie unabhängig vom musikalischen Ergebnis als persönlichen Gewinn erfahren haben. Davon unabhängig bleibt natürlich auch der Gewinn eines wie auch immer gearteten Diploms als Gemeinschaftserlebnis erklärtes Ziel jedes Wettbewerbs und dementsprechend fieberte dann natürlich auch jeder dem Ende der Pause entgegen.

Als sich schließlich alle Vertreter der Chöre zur Bekanntgabe der Wertung und Entgegennahme der Preise auf der Bühne eingefunden hatten und nach dem üblichen protokollarischen Gepränge verlautbarte, dass es nur vier silberne, ansonsten aber Golddiplome geben würde, fiel bei dem Ein oder Anderen schon ein Teil der Spannung ab. Als dann die Sprecherin zur Kategorie der Männerchöre kam und wie bei allen Ansagen zunächst in englischer Sprache einleitend darauf hinwies, dass es in dieser Klasse keinen Sieger bzw. Verlierer geben würde, sondern die Jury beide Chöre dem allgemeinen Eindruck entsprechend gleichauf gesehen hatte, war schon ein wesentliches Ziel, nämlich nicht hintan zu stehen, erreicht. Schließlich gab es dann kein Halten mehr, als feststand,“ beide Männerchöre haben sich mit 22,97 Punkten ein Golddiplom des Level III ersungen“.

Freudestrahlend nehmen Hans-Georg, Jens und Johannes aus der Hand von Piroschka Horvath Golddiplom und Wertung entgegen und gesellen sich anschließend im allgemeinen Freudentaumel in die Schar der Sänger und mitgereisten Fans ein.

Mit Weitblick waren Einzelne direkt im Anschluss bemüht, den anstehenden Feierlichkeiten im Sternbräu den entsprechenden Rahmen zu sichern, allerdings war dort nichts mehr frei. Erneut zeigte sich aber die Flexibilität dieser tollen Truppe, die Dank dieser Bemühungen, der Anstrengungen des Sternbräu um adäquaten Ersatz und mit dem Einsatz digitaler Medien schnell umzudirigieren war und im Gablerbräu jenseits der Salzach noch Räumlichkeiten fand, um das sensationelle Ergebnis angemessen zu feiern. Worte des Dankes für unseren Chorleiter Jens sprach Hans-Georg und Jens antwortete in seiner bekannten Art lang und ausführlich zu allen Details der verflossenen zehn Stunden. Den Abschluss fanden die Feierlichkeiten dann in einem Pub in Hotelnähe, wo dann die Sänger tatsächlich jedes Detail noch einmal ausführlich beleuchteten und diskutierten, aber beginnend mit der Gründung der FROHEN STUNDE im Jahre des Herrn 1900, die seitdem auf internationalem Parkett keine entsprechende Punktzahl erreicht hatte.

Sonntag 23. Juni 2019

Erneut pünktlich und diszipliniert, mit „Gott und der Welt“ zufrieden und glücklich über das tolle Ergebnis findet sich die Chorfamilie nach ausgiebigem Frühstück beim Busterminal ein, um in dem Slot zwischen 10.00 Uhr und 10.20 Uhr die Heimreise anzutreten. Bereits während der schlussendlich 10 stündigen Heimfahrt laufen über die sog. sozialen Medien auch die ersten Glückwünsche von außerhalb ein, u.a. von Ortsbürgermeister Achim Kremer, der aus Cannes von der Cote d´Azur grüßte.

Dank einer „Abkürzung“, die uns von Salzburg kommend bereits am nördlichen Ufer des Chiemsees vorbei weitestgehend über Bundesstraßen fast bis nach Würzburg führt, gelingt es unserem findigen Busfahrer Laszlo unfreiwillige Staustopps zu vermeiden und das Gefährt zumindest am Fahren zu halten. Eine vom Vorsitzenden unseres Elferrats Sascha Bender kurzfristig anberaumte Kappensitzung im Bus, bei der jeder mehr oder weniger freiwillig aktiv teilnehmen konnte, verkürzte die Fahrtzeit gefühlt enorm. Bei einem kurzen Halt auf der Raststätte Camberg verabschiedeten wir dann zunächst unsere Mitstreiter Thomas Becker und Helmut Heun und kamen schließlich zwischen 20:30 Uhr und 21:00 Uhr in Weroth am Bürgerhaus an. Hier war auch schon die Besatzung des 9´er Busses eingetroffen, die ihr Gefährt bereits beim Busunternehmen abgegeben hatten. Den Fahrern gilt unser besonderer Dank. Die Gemeinde hieß – vertreten durch Lisa Weimer – zusammen mit einer kleinen Gruppe Daheimgebliebener die erfolgreiche Schar herzlich willkommen und bedankte sich mit einem würdigen Empfang.

Zu vorgerückter Stunde endete dann dieses weitere musikalische Abenteuer, bei dem die FROHE STUNDE nicht nur erneut ein Golddiplom, sondern auch viele neue Freunde und was gar nicht hoch genug einzuschätzen ist, auch neue Sänger gewonnen hat. In der am folgenden Mittwoch zum Abschluss des ersten Halbjahrs stattfindenden Probe, bei der man im Anschluss die Reise noch einmal Revue passieren ließ, erklärten Werner Blatt, Günter Schöpping und Reinhard Seelbach, der FROHEN STUNDE als „reguläre“ Sänger beitreten zu wollen.

25. August – Eigene Open-Air Matinee am Bürgerhaus

Nachdem wir in den letzten Jahren schon mehrmals darüber nachdachten, einmal eine Open-Air Veranstaltung auf dem Platz vor unserem Bürgerhaus zu veranstalten, setzten wir dies im letzten Jahr endlich in die Tat um. Am 25. August begann um 11.00 Uhr morgens unsere 1. Matinee-Veranstaltung unter freiem Himmel und das auch gleich bei herrlichstem Sonnenschein. Im Vorfeld hatten wir alles mögliche dafür getan, akustisch einigermaßen akzeptable Verhältnisse zu schaffen, damit es für die Chöre wie auch für die Zuhörer ein musikalisches Erlebnis würde. Ebenso war natürlich ausreichend für Speis und Trank gesorgt. Als Gastgeber eröffneten wir dann das Programm und kamen auch gleich zu einem ersten Höhepunkt. Die Veranstaltung nutzten wir nämlich auch um Ehrungen für verdiente Sänger vorzunehmen, aber vor allem unseren Chorleiter Jens Röth für seine inzwischen 25 jährige Tätigkeit bei uns zu ehren und zu danken. Johannes Hannappel hob in seiner Laudatio nicht nur seine musikalischen Fähigkeiten hervor, die uns zu den Erfolgen der letzten Jahre führten, sondern auch besonders das freundschaftliche Verhältnis zwischen Chor und Chorleiter, das sich in den Jahren entwickelt hat. Desweiteren wurde Edi Hannappel für 65 jährige aktive Mitgliedschaft, Manfred Fachinger für 50 jährige aktive Mitgliedschaft geehrt, wobei Manfred Fachinger auch gleichzeitig zum Ehrenmitglied unseres Vereines ernannt wurde. Und „last but not least” wurde Hans-Georg Jung für seine inzwischen insgesamt 40 jährige Vorstandstätigkeit geehrt. Johannes Hannappel dankte allen Geehrten für deren langjährige Unterstützung und überreichte die Geschenke seitens des Vereines. Dann ging es musikalisch mit den Auftritten unserer Gastchöre weiter. Es begann der gemischte Chor „Laudate“ aus Oberneisen, dann folgte der Reihe nach der „Frohsinn“ aus Elz, sowohl als großer Männerchor sowie mit ihrer kleineren Abteilung, der „U40“, weiter ging es mit dem Frauenchor „Mimos“ aus Staffel und den Abschluß bildete der Katholische Kirchenchor aus Dreikirchen. Alle Chöre boten eine durchweg lockere Liedauswahl vor, was von deutschen Volksliedern bis hin zu modernen Pop- und Gospelarrangements reichte. Dem Publikum wurde ein musikalisch abwechslungsreiches Programm geboten, welches dies auch mit viel Beifall belohnte. Alles in allem eine recht gelungene Veranstaltung, die von vielen Beteiligten positiv aufgenommen wurde. Ein wenig enttäuschen war jedoch der Zuspruch besonders aus der Weröther Bevölkerung. Hier hatten wir uns mehr Beteiligung erhofft, aber bei denen die dabei waren war die Veranstaltung sehr gut angekommen.

31. August – Chorfest des Chorverbandes Rheinland-Pfalz

Unter dem Motto „Rheinland-Pfalz singt“ fand am 1. August das 1. Chorfest des Chorverbandes RheinlandPfalz in Mainz statt. Weit über 100 Chöre aus unserem Bundesland waren an diesem Tag auf verschiedenen Bühnen rund um den Mainzer Dom zu sehen und zu hören. Auch wir nahmen an diesem Event teil und absolvierten unseren Auftritt auf der sogenannten „Schott-Meisterchorbühne“ im Weihergarten, dem idyllisch gelegenen Innenhof des Mainzer Musikverlages Schott. Bei hochsommerlichen Temperaturen betraten wir am Spätnachmittag die Bühne und absolvierten einen insgesamt sehr gelungenen Auftritt. Wir brachten die ganze Bandbreite unserer derzeitigen Chorliteratur auf einem sehr hohen Niveau dar, sodass das begeisterte Publikum noch eine Zugabe einforderte. Den Abschluss des Tages bildete dann standesgemäß der Besuch eines Brauhauses, wo bei Speis und Trank noch etliche Lieder gesungen wurden, die sogar zwei amerikanische Gäste derart begeisterten, dass sie sich spontan zu uns gesellten und mitsangen.

07. Dezember – Adventskonzert der Mimos Staffel

Den musikalischen Abschuss des Jahres bildete die Mitwirkung beim Adventskonzert des Frauenchores „Mimos“ Staffel am 7. Dezember in der Staffeler evangelischen Kirche. Seit ihrem Bestehen veranstaltet der Frauenchor dieses Adventskonzert in jedem Jahr und hatte mit unserem Chor erstmals einen Gastchor eingeladen. Die Frauen bestritten dann auch den größten Teil des Konzertes, unterbrochen von einigen Solodarbietungen und Vorträgen einiger Weihnachtsgeschichten. Wir trugen unsere Vorträge zum Schluss vor und zwar wegen der Enge des Chorraumes der Kirche von der Empore aus. Erst zum gemeinsamen Abschlusslied mit dem Frauenchor gruppierten wir uns dann hinter den „Mimos“ und trugen zum Schluss das „O holy Night“ vor. Schade war bei dieser Veranstaltung, das sie durchaus mehr Zuhörer verdient hätte. Aber diejenigen, die anwesend waren zeigten sich sehr angetan von unserem Gesang. Alles in allem ein gelungener Abschluss unseres musikalischen Jahres 2019.

Was passiert 2019 sonst noch …
  • 20. Januar – Gedenkgottestdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder der Frohen Stunde
  • 03. Mai – Mitgestaltung des 2. Seelenamts unseres verstorbenen Ehrenmitglieds Josef Hannappel
  • 22. Juni – Tod unseres fördernden Mitglieds Karl-Heinz Jungerts
  • 09. Juli – Beerdigung unseres aktiven Sängers Axel Metternich
  • 28. Juli – Thekendienst auf der Sportwoche der Spvgg. Steinefrenz/Weroth
  • 02. Oktober – Thekendienst an der 90er Jahre Party der Kirmesgesellschaft
  • 14. Oktober – Tod unseres Ehrenmitglieds Walter Goerg
  • 17. November – Gedenkfeier am Ehrenmal (Volkstrauertag)
  • 30. November – Organisation des Weihnachtsmarkts in Weroth
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